Regenerativer Ackerbau

Regenerativer Bio-Ackerbau

Der Ackerbaubetrieb der Familie Grand in Absdorf existiert bereits seit vielen Generationen. Bereits Alfreds Vater hat dann damit begonnen, die Ackerflächen pfluglos zu bearbeiten. Ein Grundprinzip, dass seit der Betriebsübernahme von Alfred übernommen wurde. Zunehmend begeistert von den verborgenen Zusammenhängen im Boden, entschied sich Alfred 2006 für den Umstieg auf Bio. Gründüngungen mit artenreichen Zwischenfruchtmischungen wurden seither noch intensiver eingesetzt als bereits zuvor. Die Fruchtfolge aus Luzerne, Getreide, Mais und Soja wurde um Hanf und Linsen erweitert und soll in den kommenden Jahren noch vielfältiger werden. Angrenzend an einige Ackerflächen wurden in den letzten Jahren Mehrnutzungshecken (Agroforstsysteme) und Blühstreifen angelegt, um die natürliche Biodiversität zu fördern und den Winddruck auf den Flächen zu reduzieren.

Direktsaat ohne Herbizide 

Bei Direktsaaten wird das Saatgut direkt in den unbearbeiteten Boden abgelegt. Weniger Bodenstörung geht eigentlich kaum mehr, die Bodenstruktur bleibt weitgehend erhalten und kann sich optimal entfalten. Das Problem dabei: Bei Direktsaat werden in den meisten Fällen Herbizide zur Beikrautregulierung eingesetzt. Als Bio-Betriebe wollen und dürfen wir das natürlich nicht und so haben wir nach einem nachhaltigen Direktsaat-Verfahren gesucht. Auf Anregung des befreundeten und mittlerweile pensionierten Leiters des Rodale Instituts Jeff Moyer haben wir 2016 die ersten Versuche mit der Roller Crimper Methode durchgeführt.

Das Roller-Crimper Verfahren

Dabei wird zunächst im Herbst eine winterharte Begrünung gesät. Bewährt hat sich dabei aufgrund seiner hohen Biomasse-Erträge Grünschnittroggen. Dieser wird zum Zeitpunkt der Blüte mit einer speziellen Crimper-Walze niedergedrückt und mehrmals geknickt, um den Saftstrom des Roggens zur Blüte zu unterbrechen und die Pflanze absterben zu lassen. In derselben Überfahrt wird mit der Direktsaatmaschine im Heckanbau das Saatgut (Soja, Linse, Mais) in den Boden geschlitzt. Wenn die Begrünung dicht genug gewachsen ist und nach dem Walzen eine Mulchschicht von mindestens 8-10 Tonnen TM/ha auf der Fläche hinterlässt, wird den Beikräutern das Licht entzogen. Zugleich können Regenwürmer aufgrund der dauerhaften Beschattung des Bodens nahe an der Oberfläche arbeiten und die Bodenstruktur verbessern. Die Mulchschicht hält den Boden feuchter, die Verdunstung wird verringert. Ein geniales System, das unter manchen Bedingungen auch seine Schwächen hat – nämlich, wenn bei Frühjahrstrockenheit das Saatgut der Hauptkultur nicht optimal keimen kann. Hier gibt es noch weiteren Forschungsbedarf, um dieses grundsätzlich vielversprechende Anbauverfahren weiterzuentwickeln.

(Wurm-)Kompostierung, Saatgutbeizung uvm.

Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Kompostierung und der Wurmkompostierung im eigenen Unternehmen Vermigrand hat Alfred damit begonnen, das wertvolle Mikrobiom von Kompost und Regenwurmhumus auch im Ackerbau zu nutzen. Dazu experimentieren wir mit verschiedenen Möglichkeiten der Saatgutbeizung mit selbst produziertem Komposttee. Bereits mit geringsten Aufwandsmengen kann damit dem Saatgut eine ordentliche Portion Mikrobiologie mit auf den Weg gegeben werden, die gerade in der kritischen Phase des Saataufgangs und des Jugendwachstums einen wichtigen Startvorteil bewirken kann.

Viele weitere kleinere und größere Projekte versuchen wir Jahr für Jahr auf unseren Flächen umzusetzen, um den bio-regenerativen Ackerbau weiterzuentwickeln und zu stärken. Dabei sind wir immer offen für Menschen, die ihre Ideen einbringen und/oder eine Zeit lang bei uns in der Landwirtschaft mitarbeiten wollen. Du hast Ideen oder Interesse an einer Mitarbeit? Schreibe uns gerne eine Nachricht, wir freuen uns von dir zu hören!